Kammer - zertifizierte Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte und Psychotherapeuten
      Neurolinguistisches Programmieren (NLP) und Neurolinguistische Psychotherapie (NLPt)
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NLP-eigene Diagnostik





Diagnostisches Verständnis und therapeutische Konsequenz stehen in einem engen Zusammenhang. Beide wiederum basieren auf einem Funktionsmodell des Psychischen, das die jeweilige Theoriebildung implizit oder explizit mitliefert.

Die ICD-Klassifikation liefert zunächst einmal einen diagnostischen Grund-Rahmen, der implizit einem medizinischen Modell folgt. Gemäß dem medizinischen Denkmodell scheint es so etwas zu geben wie "Angst", "Depression", "Belastungssyndrom" oder "Persönlichkeitsstörung". Im medizinischen Denkmodell entsprechen diesen psychische Störungen körperliche Äquivalente, - also Störungen in oder an den Hirn-Nerven - , wobei diese Störungen entweder bereits gefunden oder aber (noch) nicht gefunden sind. Letztlich sind in diesem Denkmodell jedoch alle Störungen immer auf körperliche Störungen zurück zu führen. In dem Bereich der Störungen, denen bisher noch kein körperliches Äquivalent zugeordnet werden konnte, siedelt die Medizin mangels Alternativen (vorläufig) den Bereich der Psychotherapie an. Die Psychotherapie ist der vorläufige Ort für die noch heimatlosen medizinischen Unzulänglichkeiten. Wenn organisch nichts gefunden werden kann, dann ist es halt "Psychisch". Dies ist eine medizin-hygienische Maßnahme.

Alle Psychotherapien folgen einer abhängigen Not gehorchend dem von der Medizin vorgegebenen diagnostischen Grundrahmen des ICD. Dabei hat jedoch jede psychotherapeutische Schule ein anderes Grundverständnis vom Zustandekommen einer psychischen Störung.
So erklärt die Verhaltenstherapie das Zustandekommen von "Angst" oder "Depression" letztlich immer aus dem "Reiz-Reaktions-Lernmodell" und stellt folgerichtig die therapeutischen Interventionen darauf ab, mit Hilfe von Reiz-Reaktions-Programmen ein "Verlernen" oder ein "Neulernen" einzuleiten. Dabei ist die diagnostische Zuordnung "Angst" oder "Depression" gemäß dem ICD letztlich nebensächlich, denn beide Störungen sind aus Sicht der Verhaltenstherapie das Ergebnis von Reiz-Reaktions-Verkettungen. Die Verhaltenstherapie könnte somit die diagnostische Zuordnung "Angst" oder "Depression" ohne Verlust an Erkenntnisgewinn auch ersatzlos streichen. Die diagnostische Zuordnung wie auch die therapeutischen Interventionen könnten einzig und allein mittels Reiz-Reaktions-Verkettungen dargestellt werden.
Ähnliches gilt auch für die Psychoanalyse. Die Psychoanalyse hat ein Funktionsmodell von "Sinn und Sinnentwicklungen" sowie von "Verkehrungsmöglichkeiten von Sinnentwicklungen" (Konflikte), aus denen sich Konstruktionsprobleme psychischer Sinnentfaltung ergeben können (Abwehrmechanismen, z.B. Spaltung, Verdrängung usw.), die dann für die Herstellung eines "psychischen Funktionsapparates" (Bewußtes, Unbewußtes) mit diversen Regulationsablaufmöglichkeiten (z.B. Fixierung, Regression) sorgt. Daraus läßt sich dann ableiten, wie "Angst" und "Depression" entstehen und wie diese psychotherapeutisch angehbar sind. Aber auch die Psychoanalyse könnte so sehr gut auf die ICD-Klassifikationen verzichten. Jede ICD-Zuordnung bedarf einer Übersetzung in das psychoanalytische Modell, um sie angehbar zu machen.

Was für Verhaltenstherapie und Psychoanalyse gilt, das gilt auch für das Neurolinguistische Programmieren und die Neurolinguistische Psychotherapie. Auch das Neurolinguistische Modell greift nicht auf das "medizinische Modell" organisch gestörter Nerven zurück. Die Störungen sind nicht Störungen der "Hirn-Neuronen", sondern die Störungen sind Ausdruck der jeweiligen Programmierung dieser neuronalen Netze. Dabei kommt das NLP zwar letztlich auf das verhaltenstherapeutische Lernmodell zurück, jedoch wird hier nicht dem Wissenschaftsideal des Positivismus folgend in positiv beobachtbaren einzelnen Reiz-Reaktions-Verkettungen, sondern in nicht beobachtbaren neuronal gespeicherten Gesamtprogrammierungen gedacht. Daraus leitet sich dann das therapeutische Konzept der direkten inhaltlichen "Umprogrammierungsmöglichkeit der neuronalen Netze" mittels der planbaren Programmeingabe mit Hilfe der Programmsprache der fünf Sinne (Submodalitäten von VAKOG) ab. Wie in der Verhaltenstherapie und der Psychoanalyse, so sind auch im Modell der Neurolinguistischen Psychotherapie die Diagnosen "Angst" und "Depression" keine relevanten Einteilungen mehr. "Angst", "Depression" und auch alle anderen Störungen sind nur noch Programmierungen, die mittels VAKOG-Sprache neuronal eingetragen wurden und mittels dieser neuronalen Programmsprache der VAKOG-Submodalitäten auch wieder verändert werden können.

Danach ist "Angst" immer eine ein-einmalige Kombination VAKOG-Kombination von visuellen (V), autditiven (A), kinästhetischen (K), olfaktorischen (O) und gustatorischen (G) Eintragungen (sprich Programmierungen) ins hirnneuronale Netz. Diese Eintragungen sind genau benennbar, indem der Patient in seine z.B. angstbereitende VAKOG-Kombination assoziiert hineingeht (hineingeführt wird). In dem Moment, wo die Justierung der VAKOG-Koordinaten stimmt (sozusagen die schlimmste Szene oder der schlimmste Augenblick), wo also die betroffenen neuronalen Vernetzungen "feuern" und "Angst" erzeugen, kann die Programmierung mittels NLP-Verfahren (Formate) verändert werden.

Gleiches gilt für alle anderen "Symptome" in gleicher Weise. Es werden immer die zum Symptom gehörigen VAKOG-Koordinaten hochgefahren (downgeloadet) und dann verändert. Dabei ist es letztlich egal, welcher diagnostischen ICD-Zugehörigkeit die symptomträchtige VAKOG-Konstellation entspricht. Vor dem VAKOG-Schema sind alle Symptome, ob nun Angst, Depression, Eßstörung oder posttraumatisches Syndrom gleich. Immer erfolgt die Übersetzung in die NLP-eigene Sprache mittels der VAKOG-Submodalitäten-Exploration beim Patienten.

Üxheim, den 07.04.2006

© Dr. Franz-Josef Klar