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|  NLP und EMDR
EMDR = Eye Movement Desensitization and Reprozessing
DAS EMDR beansprucht, eine eigene Therapieform zu sein. Meines Erachtens handelt es sich hierbei jedoch nur um ein besonders ausgefeiltes NLP-Format. Zumindest ist der theoretische Hintergrund des Wirkungsverständnisses von EMDR und NLP völlig gleich.
Das EMDR geht allerdings in seiner Eigendarstellung viel stärker auf den neurologischen Hintergrund und die dort beabsichtigten Veränderungen ein. Dies hat wahrscheinlich mit zwei Umständen zu tun:
Der erste Umstand ist der, daß die "Erfinderin" des EMDR, Frau Francine Shapiro, sich ihr Verfahren hat patentieren lassen und aus dieser rechtlichen Position heraus von Amerika aus in einer Art Lizenzvergabesystem eine beispiellose Verbreitung und Vermarktung des EMDR in alle anderen Länder betreibt, darunter auch in Deutschland. Sie hat sie eine straffe auf ihre Person ausgerichtete Ausbildungsorganisation geschaffen (jeder Ausbildungsteilnehmer erhält ein von ihr persönlich unterschriebene Zertifikatsurkunde), die sich - strategisch und wirtschaftlich richtig gedacht - nur und ausschließlich an approbierte Ärzte und Psychotherapeuten wendet. Andere Interessenten haben erst gar keinen Zutritt zu den Ausbildungsveranstaltungen. Damit ist sichergestellt, daß die Nachfrage immer streng medizinisch und/oder psychotherapeutisch vorgebildet ist, also nach den zugrunde liegenden neurologischen Prozessen fragt, - was zu einer Stärkung der Darstellung der neurologischen Grundlagen geführt hat, - was dann natürlich auch wieder die Compliance bei der Ärzteschaft stärkt. Im übrigen, das sei hier nur nachrichtlich erwähnt, hat ein vorrangiger Mitbegründer des NLP, Richard Bandler, auch versucht, sein Verfahren (das NLP) weltweit patentieren zu lassen, - allerdings mit äußerst mäßigem Erfolg.
Der zweite Umstand für die neurologische Untermauerung des EMDR liegt darin begründet, daß das EMDR nur ein einziges Format darstellt, - während das NLP eine ganze Reihe von Formaten hervorgebracht hat. Das EMDR hat ein einziges Format bis zur Brillanz hochstilisiert. Das NLP hat sich dagegen durch die Vielzahl der Formate und die Vielzahl der nicht-ärztlichen Vertreter sozusagen "in die Breite schlagen lassen", hat sich zu sehr auf den "nur-psychologischen" Teil des Verfahrens konzentriert und hat dabei die Betonung der neurologischen Grundlagen ins Abseits geraten lassen.
Dies und die unterschiedliche Darstellung in der Öffentlichkeit und in Verbänden heißt jedoch nicht, daß es sich beim EMDR und NLP um letztlich verschiedene Grundansätze handelt. Zur Untermauerung verweise ich auf Steve Andreas, der die "Augenzugangshinweise" des NLP zu einem psychotherapeutischen Format, dem "EMI" (Eye-Movement-Integration) weiterentwickelt hat, - ein völliges Analogon zum EMDR.
Üxheim, den 09.04.2006
© Dr. Franz-Josef Klar
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