Kammer - zertifizierte Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte und Psychotherapeuten
      Neurolinguistisches Programmieren (NLP) und Neurolinguistische Psychotherapie (NLPt)
                                        NLP - Institut - Vulkaneifel  /  Ausbildungsinstitut




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Die Wahl der diagnostischen Kategorien und die therapeutischen Konsequenzen stehen in einem Zubilligungsverhältnis. Wenn ich medizinorientierte Diagnostik betreibe, dann werde ich die Behandlungsmöglichkeiten auf körperliche Eingriffe ausrichten. Wenn ich meine Diagnostik in Kategorien von "Reiz und Reaktion" betreibe, wird die Therapie nach Möglichkeiten der Veränderung auf der "Reiz- oder Reaktions-Seite" suchen. Wenn ich die Diagnostik mit Kategorien von "Sinn, Sinnstörung, Verdrängung und Unbewußtes" betreibe, wird die Therapie sich auf Möglichkeiten der "Aufdeckung von Sinn und Bewußtwerdung" stützen. Wenn das NLP sich diagnostisch auf Kategorien der 5 Sinne (VAKOG und deren Submodalitäten) und deren neuronale Speicherung stützt, dann folgen daraus therapeutische Konsequenzen, die darauf abzielen, die neuronale Speicherung von VAKOG-Kombinationen zu verändern.

Welche diagnostischen Grundkategorien hat das NLP?  Hier sind zu nennen:
 Erstens: Neuronale Speicherung der Sinneseindrücke (VAKOG und deren Submodalitäten).
 Zweitens: Räumliche Organisation neuronaler Speicher.
 Drittens: Verbindung (Assoziation) oder Trennung (Dissoziation) neuronaler Regionen.
 Viertens: Verbale Abbildungs- und Übersetzungsmöglichkeiten aller neuronalen Vernetzungen.
Mit diesen 4 Grundprinzipien lassen sich alle psychischen Störungen beschreiben, erklären und behandeln. Aus ihnen entwickelt sich letztlich das komplette NLP und NLPt. Die Formate des/der NLP/NLPt stellen lediglich verschiedene Handlungsübersetzungen dieser Grundkategorien dar.



Hierzu einige Beispiele:

NLP und Angststörungen:
Angststörungen bestehen im NLP-Denken aus einer Kombination jeweils genau benennbarer VAKOG-Eindrücke, die neuronal in benennbaren Regionen des Gehirn gespeichert sind, aktuell neuronal "angeschaltet" (feuernde Neuronen/assoziierter Zustand) sind, sich meist auf neuronaler Ebene nicht ohne weiteres "ausschalten" (dissoziieren) lassen und neuronal mit dem Symbolisierungs- und Sprachzentrum (Bildung verbaler Symbol wie Worte, z.B. "Angst") verbunden sind.
Daraus leiten sich folgende Therapiemöglichkeiten ab: Das Therapieziel besteht in der Veränderung der Programmierung in den neuronalen Regionen, in denen die Angst gespeichert ist. Je nach Fall bieten sich folgende Interventionsmöglichkeiten an: direkte Veränderung und Zerstörung der angstmachenden Speicherinhalte (in NLP-Sprache: z.B. VAKOG-Veränderungsarbeit, EMI/EMDR, Anker kollabieren, Zerstörung von Bildern z.B. durch Swish-Technik), Vernetzung der angsterzeugenden neuronalen Hirnregionen mit besonders angstfreien Hirnregionen (in NLP-Sprache: VAKOG-Arbeit und neue Anker setzen), Unterstützung der neuronalen Raumzuweisungen (in NLP-Spache: Raumanker nutzen) zur Vorbereitung neuronal dissoziierter Zustände (in NLP-Spache: z.B. Fast-Phobia-Format, Als-Ob-Technik, Video-Technik). Wenn die Angstzustände eine lange Geschichte haben, kann es nötig sein, alle zentralen Punkte dieser "Angstgeschichte" ähnlich zu behandeln. Zur Eingrenzung kann man eine "Angstlandkarte" erstellen und dann die Erste Angsterinnerung, die stärkste Angsterinnerung, die jüngste Angsterinnerung, die Angst im Hier-und-Jetzt und die nächste zukünftige Angstsituation zu behandeln. Um diese Angstlandkarte zunächst herauszuarbeiten und auch programmierungsmäßig zu verändern bietet sich das Format der "Timeline" (Nutzung räumlicher Programmorganisation zur Auffindung vergangener Programmierungs-Wirkstätten und Neuprogrammierung mittels Einbau und Verankerung neuer neuronaler Wirkstrukturen) an. Ist die Angststörung stark mit dem verbalen Zentrum verzetzt, kann ein neurologisch dominant programmierter Satz die neuronale Programmierung der Angst immer wieder auslösen. Die Bearbeitung eines solchen Satz (z.B. "Ich kann das nicht"), im NLP "Glaubenssatz" genannt, bedient sich wieder der gleichen NLP-eigenen vier Wirkprinzipien von Programmierung und der Umprogrammierung. Dies gilt auch für nicht an das Sprachzentrum gebundene und damit nonverbale und sozusagen "heimliche" Programmierungen, sog. Metaprogramme".

NLP und depressive Störungen:
Depressive Störungen sind im NLP-Denken zwar hirnorganisch an anderer Stelle gespeichert, doch unterscheiden sie sich hirnorganisch im Prinzip letztlich nicht von den Angsstörungen. Auch bei den depressiven Störungen handelt es sich um neuronal gespeicherte VAKOG-Inputs. Warum diese Inputs Depression und nicht Angst erzeugen, kann aus NLP-behandlungstechnischer Sicht hirnorganisches Geheimnis bleiben. Wichtig ist nur, daß die depressionsauslösenden Programmierungen neurologisch letztlich genauso zustande gekommen sind und Programmierungen darstellen, wie die neuronalen Programmierungen der Angst. Sie gehorchen den gleichen Prinzipien der Programmierung und damit auch der Umprogrammierung.
Daraus leitet sich dann ein im Prinzip gleiches therapeutisches Vorgehen ab wie bei der Behandlung der Angsstörungen. Wieder bietet sich an, zunächst die VAKOG-Programmierung der Depression durch VAKOG-Arbeit zu verändern, die neuronal produzierten Bilder der Depression aufzulösen und zu zerstören, depressionsfreie neuronale Vernetzungen aufzubauen und zu verankern, und depressions-dissoziative und alternative Programmierungen zu setzen. Dabei kommen die gleichen Formate zum Einsatz, wie bei der Behandlung der Angststörungen angerissen.

An dieser Stelle kann klar werden, daß das NLP nicht für jedes Störungsbild ein gesondertes Instrumentarium bereithält, sondern wie alle anderen psychotherapeutischen Schulen auch, einen grundlegenden Denkansatz verfolgt, der dann auf alle Störungsbilder angewendet werden kann, seien es psychosomatische Störungen, Persönlichkeitsstörungen, psychotraumatische Störungen, Entwicklungsstörungen, Beziehungsstörungen, Lernschwierigkeiten usw. usw. Das heißt nicht, daß es nicht preferierende Zuordungen zwischen Störungsbilder und Interventionsformaten gibt. Hierüber jedoch an anderer Stelle. An dieser Stelle sollte zunächst deutlich werden, daß das NLP bietet zwar eine Reihe von sog. "Formaten" anbietet, daß diese Formate jedoch alle auf den oben genannten Grundprinzipien beruhen. Die Formate stellen sozusagen patientengerechte "Geschichten" oder "Bilder" für die neurologischen Wirkprinzipien dar, die die Complance verbessern helfen. Dies zeigt sich z.B. beim "Timeline-Format". Der Therapeut kann natürlich in sitzender Haltung mit dem Patienten "in die Vergangenheit gehen", doch eigentlich "geht" er dann nicht mit ihm in die Vergangenheit, sondern er "sitzt" mit ihm in die Vergangenheit. Die Psychoanalyse arbeitet nicht im Sitzen, sondern sie "legt" die Patienten auf die Couch. Dies ist schon einmal ein Fortschritt im Vergleich zum "Sitzen", und zwar deshalb, weil durch das Liegen eine regressive Verfassung aufgebaut wird, welche die Erinnerung an infantiles Material fördert und damit zwangsläufig "in der Vergangenheit" ist. Das NLP "geht" stattdessen im wahrsten Sinne des Wortes in die Vergangenheit: Der Patient geht auf einer ausgelegten visuell markierten Linie Schritt für Schritt in die Vergangenheit und gibt dabei seinem Gehirn zwangsläufig den Befehl "Geh zurück, erinnere was vorher war", und kommt damit viel schneller in die Regression, als es sich die Psychoanalyse jemals vorstellen konnte. Dabei ist "Timeline" das Wort für das Format, die ausgelegte Zeitlinie ist bei der räumlichen Organisation unserer Programmierungen ein unmittelbar hirnorganisch wirkendes Bild, dem der Patient sich auf der Compliance-Ebene überhaupt nicht mehr entziehen kann. Ähnlich "funktionieren" die anderen Formate.

Entscheidend für die Wirksamkeit der Formate ist nicht so sehr, daß man für die richtigen Störungen die richtigen Formate gewählt hat, sondern daß bei der Durchführung der Formate der richtige hirnneuronale Fokus gewählt wurde. Es kommt darauf an, genau an der richtigen Hirnregion zu "arbeiten", die richtige Region "anzuschalten", den richtigen Bereich zu treffen. Das EMDR macht dies exemplarisch vor. Hier wird zunächst der erinnerungsmäßig "schlimmste Moment eines Traumas aufgesucht" und es heißt dann: "Denken Sie an den schlimmsten Moment und bleiben Sie in diesem Moment", und dann setzt die Bearbeitung ein. Nicht den "schlimmsten Moment " getroffen zu haben bedeutet, hirnneurologisch eine falsche Region zu bearbeiten. Daß es dann zu Mißerfolgen des Verfahrens kommt, steht zu erwarten. So auch im NLP. Es kommt darauf an, mittels genauester VAKOG-Arbeit die neuronale Zusammensetzung einer Störung oder eines Symptoms so genau wie möglich zu erfassen, zu aktivieren, hochzufahren, den Patienten zunächst in das Symptom hineinzuführen, die Störung sozusagen in die Praxis zu holen, damit sie dann mit den entsprechenden Formaten im wahrsten Sinne des Wortes "bearbeitet" werden kann, so wie Arbeit an einem Kunstwerk stattfindet (kunstanaloge Bearbeitung), nämlich durch Veränderung der Farben, Veränderung von Tönen, Veränderung von gustatorischen und olfaktorischen Programmierungen und Veränderung von dazu passenden Körperhaltungsprogrammierungen (NLP-analoge Körperarbeit) und Körpergefühlsprogrammierungen, aber auch durch Veränderung von Metaprogrammen, Glaubenssätzen und sonstigen hirnneuronal programmierten Verfestigungen. Wenn es nicht zu vermessen klänge könnte man sagen, daß es sich bei der Neurolinguistischen Psychotherapie quasi um mit "Worten durchgeführte kleine Operationen an den neuronalen Programmierungen" handelt. Das NLP stellt hierzu die Programmiersprache zur Verfügung. Wenn es gelingt, den Patienten in das wirksame neuronale Muster hineinzuführen, sind mittels vorher abgestimmten Zielkoordinaten und "richtig gesetzten Neuprogrammierungen" Heilerfolge innerhalb weniger Sitzungen möglich. Meine Erfahrungen bewegen sich diesbezüglich in einer Spannweite von 3 - 60 Sitzungen, mit einer Häufung bei ca. 40 Sitzungen a 50 Minuten Länge (eine empirische Wirksamkeitsuntersuchung ist in Vorbereitung). Wenn man bedenkt, in welchen Sitzungsumfängen die klassischen Richtlinienverfahren denken (VT bis zu 100 Sitzungen, PA bis zu 300 Sitzungen), dann denke ich, daß das NLP ein hervorragendes - weil effektives - Instrumentarium im Sinne einer Kurzzeitpsychotherapie darstellt. Angesichts der Finanzknappheit im Gesundheitssystem ist es kaum zu glauben, daß die Politik noch nicht auf NLPt aufmerksam geworden ist. Da staunt auch die Kuh (siehe rechts).

Üxheim, den 09.04.2006

© Dr. Franz-Josef Klar